Ratgeber

KI-Kompetenz-Pflicht: was kleine Betriebe jetzt wissen müssen

Seit Februar 2025 gilt in der EU: Wer KI im Betrieb einsetzt, muss dafür sorgen, dass die Menschen, die damit arbeiten, genug davon verstehen. Klingt nach Bürokratie, ist aber für kleine Betriebe gut machbar – und sinnvoll.

Von Marvin Pirner · Stand: September 2026 · Lesezeit ca. 2 Min.

Das Wichtigste in Kürze
  • Gilt seit 2. Februar 2025 für alle, die KI beruflich einsetzen – auch für kleine Betriebe.
  • Seit der Änderung durch das sogenannte KI-Omnibus-Paket 2026 heißt es: angemessene Maßnahmen ergreifen, kein bestimmtes Niveau garantieren.
  • Kein Zertifikat vorgeschrieben.
  • Sinnvoll: kurze Schulung, klare Regeln, beides dokumentieren.

Was steht in Artikel 4?

Artikel 4 der europäischen KI-Verordnung (KI-VO, englisch „AI Act“) betrifft Anbieter und Betreiber von KI-Systemen. „Betreiber“ bist du schon, wenn du oder deine Mitarbeitenden ein KI-Programm wie ChatGPT beruflich nutzen. Die Pflicht: Maßnahmen ergreifen, damit diese Menschen über ausreichende KI-Kompetenz verfügen – angepasst an ihr Vorwissen, ihre Aufgaben und den Einsatzbereich. 2026 wurde der Artikel durch das KI-Omnibus-Paket der EU angepasst: Die Pflicht bleibt, aber es geht um angemessene Maßnahmen, nicht darum, ein bestimmtes Kompetenzniveau jedes Einzelnen zu garantieren.

Was heißt „KI-Kompetenz“ konkret?

Für einen kleinen Betrieb heißt das vor allem: Wer KI nutzt, weiß,

  • was die eingesetzten Programme können und was nicht,
  • dass KI Fehler macht und Ergebnisse geprüft werden müssen,
  • welche Daten nicht hineingehören,
  • welche Programme im Betrieb erlaubt sind und wer Ansprechpartner ist.

Gibt es Strafen?

Artikel 4 steht nicht in der Liste der Verstöße, für die die KI-Verordnung selbst Bußgelder festlegt. Deutschland hat 2026 die Bundesnetzagentur als zentrale Aufsicht für die KI-Verordnung bestimmt. Wichtiger als die Bußgeldfrage ist aber: Passiert durch falsch genutzte KI ein Schaden – etwa ein Datenschutzverstoß –, wirst du nachweisen wollen, dass du dein Team geschult und klare Regeln aufgestellt hast.

So setzt du es in vier Schritten um

  1. Bestandsaufnahme: Welche KI-Programme werden im Betrieb genutzt, von wem, wofür? Eine Tabelle reicht.
  2. Regeln aufschreiben: Eine Seite: erlaubte Programme, was nicht hineingehört, Ergebnisse prüfen, Ansprechpartner.
  3. Kurz schulen: Eine praktische Einweisung für alle, die KI nutzen – an echten Aufgaben aus eurem Alltag.
  4. Dokumentieren: Datum, Teilnehmende, Inhalte. Bei neuen Mitarbeitenden oder neuen Programmen wiederholen.

Checkliste zum Abhaken

  • Liste der genutzten KI-Programme
  • Eine Seite mit KI-Regeln für den Betrieb
  • Einweisung aller, die KI nutzen
  • Nachweis mit Datum und Teilnehmenden
  • Wiederholung bei neuen Leuten oder neuen Programmen eingeplant

Wie ich dabei helfe

In der KI-Integration erarbeiten wir die Regeln für deinen Betrieb und führen dein Team praxisnah ein; für größere Teams gibt es einen Workshop auf Anfrage. Du bekommst eine Teilnahmebestätigung mit Inhalten für deine Unterlagen. → Zur KI-Integration

Häufige Fragen

Gilt das auch, wenn nur ich selbst KI nutze?

Die Pflicht zielt auf Personen, die in deinem Auftrag mit KI arbeiten. Als Inhaber ohne Mitarbeitende nutzt du KI selbst – dich mit den Grundlagen vertraut zu machen, ist trotzdem sinnvoll.

Brauche ich ein Zertifikat?

Nein, ein bestimmtes Zertifikat ist nicht vorgeschrieben. Wichtig ist, dass die Schulung zu euren Aufgaben passt und dokumentiert ist.

Reicht ein Online-Video?

Als Baustein vielleicht. Entscheidend ist, dass die Menschen danach wissen, wie sie KI in ihrer Arbeit sicher nutzen.

Dieser Artikel ist eine praktische Einordnung, keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt oder deinen Datenschutzbeauftragten.

Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4, in der Fassung des KI-Omnibus 2026; Stand der Informationen: September 2026.

Lieber gemeinsam anfangen?

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